Videoaufnahmen müssen den Fall aus Frankfurt klären

Yorkshire-Terrier überfahren und zerfleischt - Täter flüchtet

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Der überfahrenen Tini geht es schon wieder besser. Sie wacht über ihren Kumpel Zorro, der zwar stabil ist, aber unter den schweren Verletzungen und den Schmerzen leidet.

Region Rhein-Main – In nur wenigen Sekunden sind die Yorkshire-Terrier Tini und Zorro Opfer eines brutalen Radfahrers und dessen Hundes geworden. Tini wurde platt gewalzt, Zorro zerfleischt. Aber statt den Vorfall zu klären, flüchtete der Mann – doch es gibt Videoaufnahmen. Von Christian Reinartz 

15. Januar, 7.45 Uhr. Beatrice Ries ist mit ihren beiden Yorkshire-Terriern Tini und Zorro entlang des Bieberbachs in Dietzenbach unterwegs. Etwa hundert Meter von der Limesstraße entfernt sieht sie einen Radfahrer auf sich zukommen. Sie beugt sich hinunter, will Tini zur Seite ziehen. Doch zu spät. Der Radfahrer brettert mit vollem Karacho über den Rücken des Hundes. „Tini hat vor Schmerzen geschrieben“, erinnert sich Beatrice Ries. Noch immer laufen ihr kalte Schauer über den Rücken, wenn sie sich an diesen Donnerstagmorgen erinnert. „Zeit zum Nachdenken hatte ich nicht“, sagt sie. Der Radfahrer, der von einem großen schwarzen Hund begleitet wird, hält an. Sekunden später schlägt der schwarze Riese seine Fänge in den völlig verängstigten Zorro, zerfleischt ihn regelrecht. „Der hat ihn geschüttelt wie ein Kaninchen“, sagt Ries und streichelnd das flach atmende Fellbündel, dass völlig erledigt auf dem Sofa liegt. „Ich hab in diesem Moment gedacht, dass beide Hund tot sind.“

Hund verbeißt sich in Terrier Zorro

Erst nach einer gefühlten Ewigkeit habe der Schwarze Zorro losgelassen. Der blieb schreiend in seinem eigenen Blut liegen. Während sich Ries zu ihm herunter beugt, steigt der Mann wieder auf sein Fahrrad und fährt einfach davon.

In Panik schnappt Ries sich Zorro und rennt nach Hause. Tini kann sie nirgendwo finden. „Gott sei Dank war sie schon alleine nach Hause gelaufen und wartete winselnd vor der Haustür“, berichtet Ries. „Ich dachte, das Rad habe ihr die Wirbelsäule gebrochen.“

Sofort bringt sie Tini und Zorro in die Tierklinik. In einer Notoperation retten die Ärzte Zorros Leben, flicken ihn wieder zusammen. Tini hat dagegen nur Quetschungen davon getragen.

Der Fall beschäftigt mittlerweile nicht mehr nur das städtische Ordnungsamt, sondern auch die Polizei. Präsidiumssprecherin Andrea Ackermann: „Wir ermitteln wegen Unfallflucht.“ Helfen könnten dabei Videoaufnahmen, die den Täter samt Hund zeigen, bevor es zu dem schrecklichen Zusammenstoß kam.

Ordnungsamt ermittelt wegen Unfallflucht

Der Rüpel-Radler und sein Hund scheinen zudem, laut Beatrice Ries, in Kreisen der Hundebesitzer keine Unbekannten zu sein. Einmal soll der Mann sogar sein Fahrrad auf eine alte Schäferhündin geworfen haben. Gemeldet hätten das die Besitzer aber nicht, weil sie Angst hätten.

„Da gab es offenbar schon mehrere Zwischenfälle“, betont ihr Mann Reinhard Ries. Er ist Feuerwehrchef der Stadt Frankfurt und mit der Polizeiarbeit vertraut. Mit seiner Frau hat er einen minutiösen Hergang der Tat erarbeitet und diesen den Ermittlern zur Verfügung gestellt. „An den Täter erinnern kann sich meine Frau wegen dem Schock aber nur sehr schlecht“, sagt Ries.

Demnach soll der Mann etwa 40 Jahre alt sein und eine Halbglatze mit hellem Haarkranz tragen. Der Hund sei ein Mischling, etwas kleiner als ein Schäferhund und habe weiße Pfoten. Wer Angaben zur Identität des Mannes machen kann, meldet sich entweder beim Dietzenbacher Ordnungsamt unter der Nummer  (06074) 373 863 oder an die Polizei unter (06074) 8370.

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