So kommen Sie gut in Schuss

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Mit Schwung die Pisten herunter.

Blauer Himmel und Schnee - jetzt geht‘s auf die Piste. Unsere Experten erklären, wie Sie in Schuss kommen: Material, Training oder Versicherungen – hier gibt‘s den Winter-Check rund ums Skifahren.

Die Sicherheit

Guter Schutz für den Kopf: Ein Helm.  

Auch wer immer vorsichtig und besonnen fährt, braucht für den Fall eines Sturzes Schutz. Stefan Bittl, Geschäftsführer von sport bittl, rät: „Beim Helmkauf sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Passform stimmt. Zu große Helme schützen nicht richtig und engen das Sichtfeld ein. Um böse Überraschungen zu vermeiden, bietet es sich an, den Helm gemeinsam mit der Skibrille zu kaufen. Oft sind die Brillen nämlich zu groß für die Visieröffnung des Kopfschutzes.“ In Deutschland besteht keine Helmpflicht – aber Vorsicht beim Skiurlaub in Italien: Dort müssen Jugendliche bis 14 Jahre einen Kopfschutz tragen.

Neben dem Kopf ist auch der Rücken auf harten Kunstschneepisten einer erhöhten Gefahr ausgesetzt. „Rückenprotektoren sollten nur mit professioneller Beratung gekauft werden. Sie müssen genau auf die Körpergröße des Trägers abgestimmt sein. Zu lange Protektoren schränken die Bewegungsfreiheit ein, zu kurze schützen nicht ausreichend“, erklärt Stefan Bittl.

Für Skifahrer, die abseits gesicherter Pisten unterwegs sind, ist zusätzlich eine Lawinennotfallausrüstung unerlässlich. Die besteht aus einem Lawinenpieps, einer Sonde und einer Schaufel und ist im Set ab 250 Euro erhältlich. Stefan Winter vom DAV sagt: „Es reicht nicht, die Ausrüstung nur zu besitzen. Jeder Tourenskifahrer sollte vor Beginn der Saison die Anwendung üben – am besten in einem Kurs.“

Die Materialpflege

Richtig gepflegte Skier sind schneller und machen mehr Spaß auf der Piste. Stefan Winter warnt davor, mit mangelhafter Ausrüstung in die Wintersaison zu starten: „Nur gepflegtes Material ist auch sicher.

Belag und Kanten: Pflegen, wie die Profis.

Lassen sie also rechtzeitig Belag und Kanten Ihrer Skier überprüfen und wenn nötig auch die Bindung neu einstellen.“ Schon für einen geringen Preis kann man im Fachhandel die Brettln runderneuern lassen. Stefan Bittl, Geschäftsführer von sport bittl, erklärt: „Belag und Kanten werden innerhalb eines Tages ausgebessert. Da sollten auf jeden Fall Profis ans Werk gehen. Das Wachsen der Skier kann man aber ohne Probleme in der eigenen Garage erledigen. Einfach das Kaltwachs per Tube auftragen und gut einreiben.“

Die Ausrüstung

Anfänger sollten weniger stark taillierte Skier verwenden. Um mit den höheren Fliehkräften zurechtzukommen, die bei stärkerer Taillierung auftreten, sollte man schon ein paarmal auf den Skiern gestanden haben. Auch die Länge des Skis spielt beim Kauf eine wichtige Rolle. Stefan Bittl, Geschäftsführer von sport bittl, rät zur Vorsicht: „Die alte Faustregel, dass der Ski bis zum Kinn reichen muss, gilt schon längst nicht mehr.

Tailliert oder nicht tailliert? Ski nach Fahr-Können auswählen.

Bei modernen Carvern entscheidet nicht die Körpergröße über die Skilänge, sondern das Gewicht. Umso schwerer der Fahrer, desto länger sollte der Ski sein.“ Wer sich vor dem Kauf noch nicht ganz sicher ist, der kann sein Wunschmodell auch probefahren. In allen größeren Skigebieten lassen sich die aktuellen Modelle für eine geringe Tagesgebühr ausleihen. Mindestens genauso wichtig wie der richtige Ski sind die passenden Skischuhe. Stefan Bittl: „Für eine optimale Kontrolle über den Ski ist es wichtig, dass der Schuh so eng wie möglich sitzt. Um Druckstellen zu vermeiden, kann der Skischuh aber auch im Nachhinein an die Fußform angepasst werden.“

Die Bekleidung

Entscheidend für den Kauf von Wintersportsachen ist, dass die Oberbekleidung atmungsaktiv und wasserdicht ist. „Teure Sportjacken bringen aber gar nichts, wenn man darunter gewöhnliche Baumwollunterwäsche trägt. Spezielle Funktionsunterwäsche hält die Feuchtigkeit vom Körper fern und verhindert so Verdunstungskälte auf der Hautoberfläche“, sagt Stefan Bittl, Geschäftsführer von sport bittl. Wichtig ist auch, dass die Oberbekleidung eng anliegt. Flatternde Jacken oder Schals können sich in den Skiliften verfangen und zu schweren Verletzungen führen.

Die Versicherung

Gleich vorweg: Natürlich wird kein Verletzter auf der Piste liegen gelassen, weil er nicht ausreichend versichert ist. Im Ernstfall kann es allerdings vorkommen, dass der Rettungseinsatz aus eigener Kasse zu bezahlen ist. Stefan Winter, Ressortleiter für Breitenbergsport beim Deutschen Alpenverein, empfiehlt deshalb jetzt die persönliche Versicherungslage genau abzuklären: „Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Krankenversicherung, welche Leistungen angeboten werden.

Stefan Winter vom DAV

Vor allem im Ausland werden teils keine Kosten erstattet.“ Rettungseinsätze am Berg sind eine teure Angelegenheit. Allein die Kosten für einen angeforderten Helikopter können bis zu 5000 Euro betragen. Deckt die Krankenversicherung solche Leistungen nicht ab, dann können für einen geringen monatlichen Aufpreis auch Zusatzversicherungen oder Auslandskrankenversicherungen abgeschlossen werden.

Mitglieder des Deutschen Alpenvereins haben’s da leichter: Sie sind über den Verein auf der ganzen Welt versichert. Zur reibungslosen Abwicklung vor Ort rät Stefan Winter: „Sie sollten immer Ihre europäische Versichertenkarte, ein Handy und die Servicenummer Ihrer Krankenkasse dabei haben. Wenn Sie alleine unterwegs sind, ist es auch wichtig, dass die Retter Ihre Personalien feststellen können. Vergessen Sie also Ihren Ausweis nicht.“

Das Training

Skilehrer Kurt Hieber

Wer auf der Piste glänzen will, der sollte am Besten jetzt schon mit dem Training anfangen. Muskeln brauchen Zeit um sich zu entwickeln. Viele Skischulen bieten bereits im Herbst erste Kurse zur Vorbereitung auf die Wintersportsaison an.

Aber auch für das Training in den eigenen vier Wänden hat Kurt Hieber von der Skischule Giesing Tipps: „Eine beliebte Übung für die Rückenmuskulatur ist der Katzenbuckel. Einfach mit Händen und Knien auf dem Boden abstützen und den Rücken abwechselnd nach oben und nach unten durchdrücken. Für die Oberschenkelmuskulatur empfehle ich die typische Skifahrerhocke.

Um den Trainingseffekt zu verstärken, können Sie aus der Hocke hochspringen und breitbeinig landen.“ Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zieht und drückt, dann ist das allerdings auch kein Problem. Mit leichtem Dehnen nach dem Skifahren und einem entspannenden Saunabesuch kann man die Schmerzen lindern.

Christoph Lang

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