Letzter Teil der "Edelstein-Trilogie"

Unser Film der Woche: "Smaragdgrün" - Latex statt Löckchen

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Amazone in Warteposition: Gwen (Maria Ehrich, re.) mit Madame Rossini (Justine del Corte). 

München - Die „Edelstein-Trilogie“ wird mit „Smaragdgrün“ kämpferischer und actionreicher abgeschlossen. Ein rauschendes und spannendes Finale.

Bella und Edward, Katniss und Peeta – Hollywood bot in den vergangenen Jahren mit den über mehrere Bücher und Filme hinweg erzählten Teenager-Romanzen „Twilight“ und „Die Tribute von Panem“ viel Schmachtstoff für junge Mädchen. Mit der Adaption der drei Zeitreise-Romane „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“, der sogenannten „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier, wagte man sich auch hierzulande daran, die zehn- bis sechzehnjährigen Kinobesucherinnen zu beglücken. Das dürfte mit „Smaragdgrün“, dem opulenten Abschluss der Reihe, erneut funktionieren. Obwohl sich das Regieduo Katharina Schöde und Felix Fuchssteiner diesmal – im Gegensatz zu den sehr werkgetreuen Umsetzung der ersten beiden Bücher – aus dramaturgischen Erwägungen ganz schön viel getraut und einiges am Schluss der Zeitreisen-Geschichte verändert hat.

„Smaragdgrün“ beginnt ziemlich genau dort, wo „Saphirblau“ endete, bei der großen emotionalen Verwirrung der Hauptfigur Gwendolyn (Maria Ehrich). Während sich „Rubinrot“ vorwiegend darin erschöpfte, den verwunschenen Kosmos, die Geheimloge und das „Zeitreise-Gen“ der Buchvorlagen zu erklären und die Protagonisten einzuführen, setzte „Saphirblau“ in erster Linie auf die Liebeswirren zwischen Gwendolyn und ihrem Schwarm Gideon (Jannis Niewöhner). Es kommt sogar zu einer FSK 6-keuschen Annäherung, doch dann zur teenagerüblichen Irritation und Ungewissheit.

Da setzt „Smaragdgrün“ ein und beschert dem Zuschauer dank vieler Kämpfe und toller Kostüme ein rauschendes, spannendes Finale. Der Film bietet zwar auch wieder Liebesschwüre und Romantik, ist aber deutlich mehr von Actionszenen geprägt als seine Vorgänger. Das geht allerdings manchmal auf Kosten der sympathischen Gags, die in „Smaragdgrün“ viel seltener auftauchen als zuvor. Sogar Wasserspeier Xemerius hält sich als frecher Sprücheklopfer bald zu sehr zurück. Gwendolyn mausert sich vom verknallten Teenager zur entschieden um ihr Glück kämpfenden Amazone. Der Reifrock ist schnell gegen einen engen Latexanzug vertauscht, an dem Catwoman ihre Freude gehabt hätte. Die Rokokoperücke darf sich die wesentlich energischer auftretende Heldin auch bald vom Kopf reißen.

Den groben Rhythmus des Buches, der zwischen Geheimnislüften, Zeitreisen, Händchenhalten und Weltretten abwechselt, behalten die Regisseure bei. Zugunsten eines etwas flotteren Endes hat man den Ausgang der Geschichte jedoch variiert. Das ist auf den ersten Blick leicht verwunderlich, lässt sich aber schnell durch eine für die große Kinoleinwand geeignetere Dramaturgie erklären.

„Smaragdgrün“

mit Maria Ehrich, Jannis Niewöhner, Josefine Preuß Regie: Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde Laufzeit: 112 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Rubinrot“ und „Saphirblau“ gesehen oder zumindest die gleichnamigen Bücher gelesen haben.

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