Vertrag verlängert

Moderator Jan Böhmermann bleibt beim ZDF

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Moderator Jan Böhmermann.

Mainz - Jan Böhmermann hat ein Kapitel - die von Erdogan angestoßenen Ermittlungen - erstmal abgeschlossen. Nun kann er nach vorne blicken. Und das wird er weiter mit dem ZDF tun.

Der Entertainer und Satiriker Jan Böhmermann (35) wird bis Ende kommenden Jahres beim ZDF bleiben. Der Vertrag sei für das Jahr 2017 verlängert worden, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Freitag. Böhmermann hatte in den vergangenen Monaten mit seinem "Schmähgedicht" gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan großes Aufsehen erregt.

Der Grimme-Preisträger produziert für ZDFneo die wöchentliche Show "Neo Magazin Royale". Weitere Projekte seien "im Gespräch", sagte Bellut weiter. Der Intendant merkte auch angesichts der Talkshow von Böhmermann mit dem Musiker Olli Schulz an: "Er ist schon ganz gut ausgelastet."

Noch vor einigen Monaten hatte Böhmermann die Spekulationen angeheizt, er könne den Sender verlassen. In der Show am 27. Mai sagte er zu seinem Gast und TV-Kollegen Steven Gätjen: "Du hast gerade den Sprung geschafft vom Privatfernsehen zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ich hab' ja demnächst vor, das andersrum zu machen." Dann aber schob er hinterher: "Nein, ist ein Spaß."

Am Mittwoch dann, nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Verdachts auf Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts eingestellt hatte, machte Böhmermann dem ZDF in einer Erklärung unter anderem auf Facebook fast eine Liebeserklärung. "Es ist enorm wichtig für mich als Künstler in solchen Momenten und Zeiten, einen starken, selbstbewussten öffentlich-rechtlichen Sender mit klarer, unabhängiger Haltung und selbstbewussten Redakteuren hinter sich zu wissen, der Streit, Diskurs und Meinungsvielfalt nicht nur aushält, sondern aktiv befördert - auch wenn es manchmal ein bisschen ungewohnt und anstrengend ist."

Allerdings wurde die umstrittene "Neo Magazin Royale"-Sendung vom 31. März zwar ausgestrahlt, aber bei der Wiederholung fehlte das "Schmähgedicht". Damals erklärte das ZDF: Es genüge nicht den Ansprüchen, die der Sender an die Qualität von Satiresendungen stelle. Nun erklärte Bellut: "Es hat uns programmlich nicht gefallen."

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dpa

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