Kuriose Therapie

Nierensteine?! Dann sollten Sie Achterbahn fahren

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Nichts für schwache Nerven: eine Fahrt in der Achterbahn macht Spaß und hat auch einen medizinischen Nebeneffekt.

Diese Therapie klingt verrückt: Wer an kleinen Nierensteinen leidet, sollte nach Ansicht von US-Forschern einfach mal ein paar Runden Achterbahn fahren. Wirklich. Aber es kommt auf den Sitzplatz an. 

Nierensteine können extrem schmerzhaft sein. Die Steine bilden sich aus löslichen Salzen im Urin und können bis zu Durchmessern von mehreren Zentimeter anwachsen. 

Nierensteine sind tückisch

Anfangs machen die Kristalle in der Niere meist keine Probleme. Beginnt jedoch ein Steinchen aus der Niere Richtung Blase zu wandern und bleibt dabei im Harnleiter stecken, verursacht das unerträgliche Schmerzen. Im schlimmsten Fall müssen die Nierensteine dann operativ entfernt werden. Kleinere Steine lassen sich mit Hilfe von Medikamenten aus dem Körper spülen.

Nichts für schwache Nerven

Eine völlig andere Therapie haben jetzt Urologen aus den USA vorgestellt: und zwar Achterbahnfahren. Das auf Volksfesten und in Vergnügungsparks beliebte Fahrgeschäft eignet sich nach Prof. David Wartinger und seinem Team von der Michigan State University hervorragend, um kleine Nierensteine los zu werden. Denn nach einer Fahrt in der Achterbahn würden kleine Steine spontan abgehen.

Patienten brachten den Urologen auf die Idee

„Patienten haben mir erzählt, dass ihre Nierensteine abgegangen waren, nachdem sie mit einer Achterbahn in Disney World gefahren waren“, berichtet Wartinger in einer Pressemitteilung der Michigan State University . Einer seiner Patienten wäre sogar gleich drei Steine nach mehreren Fahrten los geworden.

Diese Berichte machten den Mediziner und seine Kollegen neugierig. Für ein Experiment bauten der Wissenschaftler ein anatomisches 3D-Modell einer Patienten-Niere nach. Dann füllte er das 3D-Nierenmodell mit Urin, bestückte es mit bis zu vier Millimeter großen Steinen und machte sich damit auf den Weg zum „Big Thunder Mountain“ in den Vergnügungspark.

Und siehe da: Seine Patienten hatten dem Urologen keine Märchen aufgetischt. Nach diversen Achterbahn-Fahrten bestätigten sich deren Berichte. 

Allerdings zeigte sich in der Pilotstudie ein erstaunlicher Unterschied: Der Sitzplatz war nachweislich für den Erfolg entscheidend. „Im letzten Wagen der Achterbahn zeigte sich eine Passagerate von 64 Prozent, in den ersten Wagen jedoch nur eine Erfolgsquote von 16 Prozent“, sagt Urologe David Wartinger. 

Obendrein kommt es auch auf die Achterbahn selbst an. Es stellte sich nämlich bei den Untersuchungen heraus, dass die Methode scheinbar am besten mit dem „Big Thunder Mountain“ funktionierte. Die ideale Achterbahn gegen Nierensteine sei nach Wartinger rau, schnell, mit ein paar Drehungen und Wendungen, aber ohne Kopfüber-Strecken. 

Ob die Behandlung besser funktioniert als eine konventionelle Therapie, lässt sich nicht sagen. Aber eine Achterbahn-Fahrt ist für ansonsten gesunde Patienten bestimmt einen Versuch wert.  

Was hilft gegen Nierensteine?

  •  Regelmäßig Trinken: Wer zur Bildung von Nierensteinen neigt, sollte über den Tag hinweg regelmäßig und ausreichend Wasser trinken
  • Oxalsäure meiden: Nahrungsmittel wie Spinat, Schokolade, Rhabarber und Nüsse - die viel Oxalsäure enthalten - sollten vermieden werden. Normalerweise scheidet der Körper Oxalsäure über die Nieren wieder aus. Oxalsäure bindet sich jedoch an Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium. Im Darm können diese Komplexe dann kaum mehr aufgenommen werden.

Aber in den Nieren können sich aus körpereigenem Kalzium Kristalle bilden und ablagern, die zu Nieren- oder Blasensteinen führen.

Übrigens: auch alle Schwarz- oder Grünteesorten enthalten viel Oxalsäure (Oxalat).

  • Kalizum: Lebensmittel mit viel Kalzium - Milch, Quark, Joghurt, Käse und Kartoffeln - gehören auf den Speiseplan. Kalziumhaltige Produkte verringen die Aufnahme von Oxalat im Darm.

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