Workeer: Online-Jobbörse für Flüchtlinge

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Flüchtlinge arbeiten in einer Schreinerei in Berlin. Foto: Rainer Jensen

Viele Flüchtlinge bringen Fähigkeiten mit, die in Deutschland benötigt werden. Doch wie kommen Einwanderer und Unternehmer zusammen? Eine Webseite hilft bei der Vermittlung.

Meerbusch (dpa-infocom) – Finden Flüchtlinge in Deutschland eine Arbeitsstelle, hat das gleich mehrere Vorteile: Die Integration gelingt besser, das Problem des Fachkräftemangels kann abgemildert werden, und sie sind nicht auf Sozialleistungen angewiesen.

Mit einem eigenen Einkommen können sie als Steuerzahler sogar zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands beitragen. Diese Vorzüge sind der Hintergrund, vor dem zwei Studenten aus Berlin im Rahmen ihre Abschlussarbeit die Webseite workeer.de gegründet haben.

Es handelt sich um eine Jobbörse, die speziell arbeitssuchende Flüchtlinge und potenzielle Arbeitgeber zusammenbringt. Auf der einen Seite veröffentlichen Bewerber ihr Profil, machen Angaben zu Qualifikationen, Sprachkenntnissen und Berufswunsch. Auf der anderen Seite inserieren Firmen Jobangebote, mit denen sie sich auch an Flüchtlinge richten.

Die Webseite ist dabei so konzipiert, dass sie aus den stichwortartigen Angaben des Bewerbers ein mehr oder weniger komplettes Profil erstellt – auf Wunsch mit Foto. Denn nur wenige Flüchtlinge dürften in der Lage sein, eine ansprechende Bewerbung in deutscher Sprache zu verfassen. Auf diese Weise suchen aktuell über 1.600 Menschen auf Workeer einen Job. Von Ärzten und Ingenieuren über Mechaniker und Bäcker bis hin zu Reinigungskräften und Hilfsarbeitern ist das Spektrum dabei so breit wie der Arbeitsmarkt selbst. Auch Praktika sowie Teilzeit- und Minijobs finden sich unter den derzeit knapp 1.900 angebotenen Stellen. Ob letztlich ein Arbeitsvertrag zustande kommt, kann Workeer allerdings nicht versprechen. Jeder Bewerber ist ein Einzelfall, der wegen seines asylrechtlichen Status unterschiedlich bewertet werden muss. Juristische Fragen kann die Webseite nicht klären. Sie vermittelt vielmehr einen ersten Kontakt zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitgebern. Letztere überzeugt dies vielleicht, sich den teils hohen bürokratischen Hürden zu stellen und einem geflüchteten Menschen hierzulande eine Chance zu geben.

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