Do-it-yourself-Kosmetik im Trend: Creme-Rühren für Dummies

Made in Reinheim: Sonja Steberl gründet Startup-Unternehmen in Berlin

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Sonja Steberl (links) aus Reinheim und Aino Simon tüfteln in ihrem Labor in Berlin-Schöneberg Bio-Kosmetik-Rezepte zum Selbstanrühren aus.

Region Rhein-Main – Häkel-Mützen, Paletten-Möbel oder Eingemachtes geht ja noch. Bei Natur-Kosmetik stoßen viele aber an ihre Grenzen. Eine Reinheimerin hat jetzt ein Startup-Unternehmen in Berlin gegründet. Sie verschickt komplette Do-it-yourself-Pakete. Von Christian Reinartz

Mützen-Häkeln ist schnell erlernbar. Und wer einigermaßen mit Säge und Hammer umgehen kann, bekommt flugs ein Paletten-Sofa hingezimmert. DIY nennt sich der Trend, der gerade die Szene auf youtube und vor allem im Netzwerk Pinterest beherrscht. DIY (gesprochen: „Die Ei Wei“) steht für Do-it-yourself. Die Anhänger versuchen Dinge des Alltags selbst herzustellen, sogar Kosmetik. Doch eine Körper-Lotion selbst anrühren? Das kriegen die wenigsten hin. In Volkshochschulkursen gibt es zwar schon Selbstrührkurse. In Offenbach etwa kann man lernen, wie man Selbstbräuner oder Sonnenschutz herstellt.

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In Egelsbach werden unter Anleitung Hautpflegeprodukte angerührt. Doch von so einem Kurs bis zur heimischen Rührküche ist es ein weiter Weg. „Den Leuten fehlt einfach das Know-how, wie man die einzelnen Zutaten verwenden muss“, sagt Sonja Steberl. Die junge Frau stammt aus Reinheim und hat aus diesem Umstand ein offenbar längst überfälliges Geschäftsmodell kreiert. Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Aino Simon hat sie in Berlin die Firma Coscoon gegründet und verschickt Do-it-yourself-Pakete.

Keiner muss ein Chemielaborant sein

„Da hinein haben wir alles gepackt, was man braucht, um ein bestimmtes Kosmetik-Produkt herzustellen“, sagt Steberl. Vom Becherglas über die Zutaten bis hin zu Gießförmchen sei alles vorhanden. „Und natürlich auch ein ausführliches Rezept mit einer Anleitung, die wirklich jeder versteht“, sagt Aino Simon. Scheinbar haben die zwei mit ihrer Geschäftsidee einen Nerv getroffen. In den ersten Tagen haben sie schon weit über 50 DIY-Pakete in die ganze Republik verkauft. Und sie sind überzeugt, dass das erst der Anfang ist. „Die Leute wollen wissen, was in ihren Pflegeprodukten drin ist. Was wäre da besser als sie selbst herzustellen“, sagt Steberl: „Und wir ermöglichen das den Leuten, ohne, dass sie eine Ausbildung zum Chemielaboranten machen müssen.“

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