Klappe halten, hinschauen, 110 wählen

Zug 0206 hat am vergangenen Montag Deutschland verändert. Sieben Jugendlichen randalieren in der U-Bahn auf dem Weg zum Frankfurter Bahnhof Heddernheim. Zuvor haben sie schon in einem anderen Zug Scheiben zerstört, die Nothämmer herausgerissen und sich untereinander geprügelt. Zugfahrer Knut Z.

(43) alarmiert daraufhin um 0.42 Uhr die Polizei. Anschließend will er eigentlich Feierabend machen. Er tritt auf den Bahnsteig und trifft auf die sieben Schläger. Später sagt er aus, dass einer strauchelt. Er will dem offensichtlich Alkoholisierten helfen und ihn stützen. Die anderen sehen dies als Angriff und schlagen ihn krankenhausreif. Seitdem wird täglich von Übergriffen in der U-Bahn in den Medien berichtet.br /Für Bernd Conrads, Sprecher der Frankfurter Verkehrsbetriebe, kein spezielles U- oder S-Bahn-Problem: Knut Z. hatâ??s als Zivilperson erwischt, nicht als Zugfahrer eines U-Bahn-Zuges. Conrads: "Es ist nach Dienstschluss passiert, es hätte jeden treffen können." Daher ist es für Conrads ein allgemeines und kein Problem des öffentlichen Nahverkehrs. Also, was tun, wenn man auf eine Ansammlung Jugendlicher trifft, die provozieren wollen?br /"Oberste Devise: Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen", sagt Michael Cordey, Sprecher der Polizei in Offenbach. Daher sei es ratsam und besser, die Polizei unter 110 zu benachrichtigen, als sich selbst einzumischen. Dabei wichtig: Genau beobachten und sich das Aussehen der Täter merken, damit man sich später als Zeuge zur Verfügung stellen kann. Ist man bereits in eine Auseinandersetzung geraten, gilt, sich nicht provozieren zu lassen und andere auf die eigene Lage aufmerksam zu machen.Das hessische Innenministerium teilt dem EXTRA TIPP mit, dass politisch alles getan wird, um die Sicherheit für den Bürger wieder zu erhöhen. Volker Bouffier wünscht sich, kriminelle Ausländer schneller abschieben zu können, konsequent Erwachsenenstrafrecht für Täter ab 18 Jahren anzuwenden und den Warnschussarrest einzuführen. Bouffier: "Entscheidend ist, dass wir weitere Opfer verhindern. Es nutzt dem nächsten der niedergeschlagen wird herzlich wenig, wenn über irgendwelche sozialpsychologische Theorien gesprochen wird."br /Auch Conrads teilt mit, dass weiter in die Sicherheit investiert wird. Weitere 19 unterirdische Bahnhöfe werden mit Videoüberwachungen in diesem Jahr ausgerüstet. Bisher haben sieben U-Bahnhöfe diese Ausstattung. Kosten für die zusätzliche Videoüberwachung: 2,6 Millionen Euro, 1,6 Millionen Euro sollen vom Land kommen.Einer der sieben Schläger von Heddernheim ist derzeit in Haft. Das Jugendgericht hat den 17-Jährigen erst vor kurzem zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten wegen Körperverletzung und Raubes verurteilt. Er ist Deutsc

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