Ärger um lahmes Internet

Trotz Versprechen: Zimmerner ohne neuen Breitband-Anschluss

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David Hundt fühlt sich benachteiligt: Er gehört zu den wenigen in Groß-Zimmern, die nicht ans Breitband-Internet angeschlossen wurden.

Groß-Zimmern - David Hundt ist sauer auf die Telekom, den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Gemeinde Groß-Zimmern in der er wohnt. Denn dort wurden nahezu alle Haushalte ans schnelle Breitband-Internet angeschlossen, bis auf ihn und die Bewohner in seiner Straße. Von Dirk Beutel

Ganz Groß-Zimmern surft mit Breitbandgeschwindigkeit durch das Internet. Ganz Groß-Zimmern? Nein! Die Bewohner der dortigen Goethestraße hinken digital hinterher. Wie David Hundt. Dabei ging der Landkreis Darmstadt-Dieburg in die Breitband-Offensive. 19 Städte und Gemeinden, darunter Groß-Zimmern, gründeten den Zweckverband NGA-Netz (Next Generation Access).

Der Ausbau startete am 2. September 2014 in Groß-Umstadt und versprach am Ende Datenübertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde über VDSL. Davon kann David Hundt mit seiner alten DSL-Leitung nur träumen. „Ich habe immer noch meine 16.000-Leitung, während der Rest der Gemeinde mit der schnellen Übertragung versorgt wurde.“ Außer die Anwohner in Hundts Straße. Die gehört zum sogenannten Nahbereich. „Dort durfte aus regulatorischen Gründen nicht ausgebaut werden. Etwas, was der Zweckverband NGA-Netz Darmstadt-Dieburg nicht zu verantworten und worauf er keinen Einfluss hat“, sagt Frank Horneff, Pressesprecher des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Gemeint ist mit Nahbereich ein Bereich von 550 Metern Kupferkabel von einer Telekom-Vermittlungsstelle hin zum nächsten Kabelverzweiger. Etwa ein grauer Kasten an der Straße oder ein direktes Kabel, ohne Verbindungsstelle von einem Haus oder einer Wohnung zur nächsten Telekom-Vermittlungsstelle.

„Ich fühle mich einfach nur veräppelt“

Doch auf EXTRA TIPP-Nachfrage erklärt die Telekom, dass sich die Bundesnetzagentur und die EU-Kommission vor fünf Wochen geeinigt und den Ausbau des Nahbereiches genehmigt haben. Horneff: „Die Dauer des Ausbaus für das gesamte Bundesgebiet sei, so wurde uns mitgeteilt, bis etwa Ende 2018 zu erwarten.“ Zwar begrüße die Telekom die kürzlich getroffene Entscheidung, doch wann etwa David Hundt davon profitiert, bleibt offen: „Mir sind noch keine Planungen bekannt, wann die Ausbauarbeiten in Groß-Zimmern beginnen“, sagt Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney. Für Hundt ein schwacher Trost, zumal im Vorfeld für das schnelle Internet für alle offenkundig geworben wurde: „Ich fühle mich einfach nur veräppelt.“

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