„Wir bekamen Anrufe von Leuten, die wir heilen sollten“

Mit Gewinnspiel: Die Ehrlich Brothers im Interview

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Chris und Andreas Ehrlich (von links) stehen vor dem Monstertruck, den sie in einer Weltpremiere in Frankfurt wie aus dem Nichts erscheinen lassen wollen.

Die Ehrlich Brothers sind die erfolgreichsten Magier Deutschlands. Am 11. Juni präsentieren die Brüder in Frankfurt die weltweit erste Zauber-Show in einem Stadion. Dem EXTRA TIPP verrieten sie, wie sie zu ihren Ideen kommen und ob sie ihre „Magie“ schon mal missbraucht haben. Von Oliver Haas

Ihr macht die ungewöhnlichsten Illusionen, verbiegt Bahnschienen, lasst Orangenbäume wachsen, verwandelt Spielzeug-Monstertrucks in echte. Gibt es bei Illusionen auch Tabus für euch?

Andreas: Wenn es unter die Gürtellinie geht oder moralisch nicht zu vertreten ist, dann würden wir das nicht machen. Wir haben eine Zeit lang Anrufe bekommen von Leuten, die wollten, dass wir sie heilen. Wenn es in diese Richtung geht, dann wird es schon heikel. Wir wollen mit unserer Kunst den Menschen einen schönen Moment bescheren. Wollen sie wieder zum Kind werden lassen. Wir möchten die Menschen nach Hause schicken, damit sie sich nicht fragen „Häh, wie geht das“, sondern „Boah, war das ein schöner Abend“.

Chris: Unser Anspruch ist es immer, was Neues in die Illusionen einfließen zu lassen und einen eigenen „Ehrlich-Charakter“ mit viel Herzblut auf der Bühne zu zeigen. Von der Idee bis zur Umsetzung finden wir es immer sehr interessant, eine Illusion aufzuführen, die es so noch nie gegeben hat.

Gibt es Ideen für Illusionen, die sehr lange nicht funktioniert haben, bis es plötzlich „Klick“ machte und die Lösung doch da war?

Andreas: Wir versuchen schon, unsere Träume immer zu verwirklichen. Aber auch beim Monstertruck war es so, dass wir zeitweise drei bis vier Wochen Ideen wieder in die Tonne werfen mussten. Leider kommt die Erkenntnis selten ganz am Anfang, sondern meistens, wenn man schon lange dabei ist. Das ist oft sehr schmerzlich, aber dann muss man zurückrudern und einen anderen Weg gehen. Es ist auf jeden Fall ein Credo von uns, dass man nie aufgeben sollte. Ein „geht nicht“ gibt es nicht bei uns. Wir gehen dann in die Werkstatt, bis es eben doch geht.

Chris: Es gibt auch eigentlich keine Illusion in der Show, die nach der Idee sofort funktioniert hat. Der Weg zur fertigen Illusion ist immer von vielen Rückschlägen geprägt. Selten war es zum Glück so, dass eine Illusion komplett gestrichen wurde, weil sie nicht unserem Anspruch gerecht geworden ist. Aber das kommt auch vor.

Archivvideo: Die Ehrlich Brothers besuchen den EXTRA TIPP

Ihr habt früh erkannt, welches Talent ihr in Sachen Zauberei habt. Hand aufs Magierherz: Habt ihr das mal privat für euren eigenen Vorteil eingesetzt oder missbraucht, etwa um ein Mädchen zu beeindrucken?

Andreas: Das wäre ja kein Missbrauch. Das ist dann nur ein Mittel, um einem Mädchen zu imponieren. Das habe ich schon häufig gemacht. Und es ist auch oft geglückt, ich glaube auch häufiger als bei meinem Bruder. Und in manchen Klassenarbeiten habe ich mal einen Spickzettel verschwinden lassen.

Wie kommt ihr auf eure Ideen?

Andreas: Wir haben bei uns im Arbeitszimmer eine Trennwand. Dadurch kann jeder von uns beiden alleine telefonieren und arbeiten. Dann wird die Wand irgendwann weg geschoben und wir suchen gemeinsam Ideen. Uns geht es vor allem darum, dass wir immer alle Sinne der Menschen ansprechen. Wenn das Motorrad erscheint, dann ist es wichtig, dass die Zuschauer den Motor hören und das Benzin riechen.

Ihr habt beide zumindest zeitweise auf Lehramt studiert. Der Beruf des Lehrers hat nicht viel mit Magie, Träumereien oder Illusionen zu tun. In der Schule zählen nur harte Fakten. Ist das nicht widersprüchlich?

Chris: Ich war zwar eingeschrieben, aber bin ehrlich gesagt nie hin gegangen.

Andreas: Bei mir waren es immerhin vier Semester. Ich glaube, dass der Lehrerberuf ein ganz toller und wichtiger Beruf sein kann. Aber ich habe für mich einfach die Erkenntnis erlangt, dass es mir mehr Spaß macht, Erwachsene wieder zu Kinder zu zaubern, als Kindern zu zeigen, wie toll es in der Erwachsenenwelt ist.

Zauberer verraten ihre Tricks normalerweise nicht. Für wen oder in welcher Situation würdet ihr eine Ausnahme machen?

Chris: Wenn wir merken, dass jemand großes Interesse daran hat, selbst zu zaubern, dann können wir uns das schon vorstellen. Schließlich hat uns auch irgendwann mal jemand einen Trick gezeigt. Trotzdem versuchen wir die Welt der Magie als diese zu belassen. Wohl wissend, dass wir auch kommunizieren, dass wir nicht „echt“ zaubern können. Es ist ein ehrlicher Umgang mit der Kunst der Magie. Und da gehört auch mal dazu, dass wir einen Trick verraten.

Was ist das Wichtigste, wenn junge Menschen mit der Zauberei beginnen wollen? 

Chris: Es ist die Liebe zur Magie. Und die führt einen und lässt einen entweder irgendwann aufgeben oder eben weitermachen. Es gibt ja nicht nur einen einzigen Weg, den man da beschreiten kann. Es ist nicht etwa wie bei Fußball, wo man in ein Fußballverein eintritt, wenn man Fußball spielen will. Es gibt verschiedene Wege, wie du dieses Hobby ausüben kannst. Das kann theoretisch geprägt sein mit viel Fachwissen oder dadurch, dass man nur auftritt. Es gibt auch Zauberer, die treten gar nicht auf, aber verfügen über ein großes Know-How. Und es gibt Leute, die nur Kartentricks zeigen und bei Weltmeisterschaften auftreten.

Der EXTRA TIPP verlost zehnmal zwei Karten für „Magic – Die einmalige Stadionshow“ der Ehrlich Brothers am Samstag, 11. Juni, in der Commerzbank-Arena in Frankfurt. Dafür einfach bis Dienstag, 10. Mai, 14 Uhr, bei Facebook unter www.facebook.de/rheinmainextratipp den „Gefällt-mir-Button“ drücken und unsere Seite liken oder das unten stehende Gewinnspielformular auf ausfüllen. Viel Glück! 

Die Abstimmung ist beendet.
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